Feucht. Rund 130 Gäste folgten der Einladung von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN Feucht zur Wahlkampfveranstaltung „Gute Zukunft” in der Reichswaldhalle – ein Abend mit politischer Substanz und persönlicher Begegnung kurz vor der Kommunalwahl am 8. März.
Den Auftakt gestaltete Rita Bogner, Dritte Bürgermeisterin des Markt Feucht. Seit 1984 sind die Grünen durchgehend im Marktgemeinderat vertreten.
Sperling: Bürgermeister für alle – nicht Parteifunktionär
Das Herzstück des Abends bildete die Rede von Bürgermeisterkandidat Andreas Sperling. Er machte deutlich, wie er das Amt versteht: nicht als Bühne für Eigenprofilierung, sondern als Dienst am Gemeinwohl. „Gute Kommunalpolitik ist kein Wettrennen, keine Ego Show”, sagte Sperling, „und das Amt des Ersten Bürgermeisters für Feucht und Moosbach ist kein Vehikel für die Profilierung der eigenen Partei.” Er werde „Feucht und Moosbach Politik” machen – gemeinsam mit allen demokratischen Fraktionen, mit klar definierten Zielen und dem Willen, diese konsequent umzusetzen.
Als einziger Bürgermeisterkandidat hat Sperling ein Konzeptpapier zur Wirtschaftsförderung veröffentlicht. Er sprach sich für ein mittel- und langfristig angelegtes Standortmarketing aus und forderte eine klare Haltung gegen rechtsextremistische Akteure. „Alle Bürgerinnen und Bürger sollen Verlässlichkeit im Alltag erleben”, betonte er.
Im Anschluss stellten sich vier Listenkandidierende im Kurzinterview vor: Saskia Gumbert, Alexander Kaiser, Pia Hoffmann-Heinze und Patrick Stepper. Die Themen spiegelten die Bandbreite des Wahlprogramms wider: Verkehrssicherheit, Jugendbeteiligung, Seniorenteilhabe und bezahlbares Schulessen für alle Kinder.
Kulturell bereichert wurde der Abend durch Poetry-Beiträge von Mario Rubel sowie Petra Winterstein und Kai-Uwe Kuwertz (Grüne Schwarzenbruck). Besonders wirkungsvoll: der gemeinsame Vortrag von Rubel und Sperling, der Verkehrssicherheit mit dem Widerstand gegen Populismus verband.
Dr. Bianca Pircher, Landratskandidatin für das Nürnberger Land, nutzte ihren Redepart, um den Feuchterinnen und Feuchtern ihre Ziele auf Kreisebene näherzubringen: mehr Transparenz in der Kreistagspolitik und konkrete Antworten auf die in den kommenden Jahren drängenden Fragen rund um die Müllentsorgung.
Den rhetorischen Höhepunkt des Abends setzte Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag. Sie plädierte für direkte, zweckungebundene Mittelzuweisungen an Kommunen statt bürokratischer Förderprogramme: „Niemand weiß so gut, wie die Gelder am sinnvollsten eingesetzt werden können, als die Kommunen selbst”, so Schulze. Politischen Blockaden erteilte sie eine klare Absage und empfahl den Anwesenden, am 8. März den Grünen Feucht ihr Vertrauen zu schenken.
In einem eigenen Frageteil richteten die Gäste ihre Fragen direkt an die Kandidierenden und erhielten klare Antworten. Nach dem offiziellen Programmteil blieb ein Großteil des Publikums für persönliche Gespräche.
Sperling zeigte sich erfreut vom Zuspruch: „Wir hatten ehrlich gesagt etwas Schiss, ob wir uns mit der großen Reichswaldhalle nicht vielleicht etwas zu viel vornehmen – aber es hat sich bewährt, mutig zu sein.” Und er fügte hinzu: „Dass Sie sich heute hier bei uns informiert haben, ist ebenfalls ein aktives Engagement für unsere Demokratie.”
Andreas Sperling